Auslöser der Histaminintoleranz

Histaminhaltige Nahrungsmittel

Übersicht von Nahrungsmitteln mit einem hohen direkten Histamingehalt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Quelle: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz - Konsequenzen für die Praxis (Hrsg.: Laura Maintz, Thomas Bieber, Natalija Novak, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 103, Heft 51–52, 25. Dezember 2006)

 

Histaminlibratoren

1. Biogene Amine

Zu den sogenannten Histaminlibratoren gehören Nahrungsmittel, die zwar nicht direkt das biogene Amin Histamin enthalten, stattdessen aber andere biogene Amine, die im Körper das in den Mastzellen beziehungsweise Blutbasophilen gespeicherte Histamin freisetzen.

Übersicht von biogenen Aminen, welche die Histaminfreisetzung verursachen, sowie der Nahrungsmittel, in denen diese Amine enthalten sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Quelle: Histaminintoleranz: Fakt oder Fiktion? Klinisch ist sie eine Realität, die objektive Diagnostik ist aber noch schwierig (Hrsg.: Brunello Wüthrich, in: TMJ, Ausgabe 2, 2009)


2. Konservierungsmittel & Farbstoffe

Zu den Histaminlibratoren gehören außerdem folgende Konservierungsmittel & Farbstoffe:

Konservierungsmittel

Natrium, Kalium- oder Caciumbenzonat = E 210-213

Parahydroxybenzoesäure = E 214-219 

Sorbinsäure = E 200-203

Sulfite = E 221-228

Farbstoffe

Amaranth = E 123 / Chinolingelb = E 104 / Cochenille-Rot = E 120 / Erythrosin = E 127 / Indigotin = E 132 / Kurkumin = E 100 / Lactoflavin = E 101 / Patentblau = E 131 / Tartrazin = E 102


3. Medikamente

Zusätzlich können auch bestimmte Medikamenten eine Histaminfreisetzung verursachen: siehe Liste unverträglicher Medikamentenwirkstoffe weiter unten   

 

DAO-Hemmer

Neben Medikamenten, die Histamin freisetzen, gibt es auch solche, welche die Diaminoxidase (DAO) in ihrer Aktivität hemmen/blocken: siehe Liste unverträglicher Medikamentenwirkstoffe weiter unten

Derartige Nebenwirkungen sind schwer als Medikamentenunverträglichkeit zu erkennen, weil die Symptome nicht nach der Einnahme des Medikamentes auftreten, sondern erst später, wenn dem Körper Histamin zugeführt wird. Bei histaminintoleranten Personen kann es deshalb vorkommen, dass Medikamente nicht wirken oder dass sie die Symptome, gegen die sie eingesetzt werden, sogar noch verstärken. DAO-Blocker (DAO-Hemmer) sind besonders tückisch, weil die zeitlich verzögert auftretenden allergieähnlichen Symptome nicht so leicht mit dem verabreichten Medikament in Zusammenhang zu bringen sind [Jarisch 2004, S.123].

 

Histaminlibratoren & DAO-Hemmer/Blocker: Liste unverträglicher Medikamentenwirkstoffe bei HI

Die folgende Tabelle listet einige der unverträglichen Wirkstoffe auf. Die Liste ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit und wurde vom Internetportal der SIGHI (Schweizerische INteressensgemeinschaft Histamin-Intoleranz) kopiert, da sie eine gute Zusammenfassung bietet und Medikamente enthält, die bereits im Selbsttest gezeigt haben, dass sie in der Tat einen Histaminansteig bzw. - reaktion verursachen. 

 

 

Man beachte, dass alle Röntgenkontrastmittel, sowohl ionische als auch anionische, als auch alle Narkosemittel verstärkt Histamin freisetzen und für Histamin-Intolerante sehr schlecht verträglich sind. Vor Untersuchungen mit Röntgen-Kontrastmitteln sollten deshalb Patienten mit HI ein H1-Antihistaminikum erhalten [Jarisch 2005].

Empfehlenswert für Allergiker und Histamin-Intolerante sind Schmerzmittel und Rheumamittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Fenbufen oder Levamisol, welche kein Histamin freisetzen bzw. sogar die Histaminfreisetzung hemmen. 


Anästhetika:

Da Anästhetika (Narkosemittel) generell Histamin freisetzen und bes. die Narkosemittel der neueren Generation (z. B. das heute oft verwendete Propofol) zusätzlich auf Sojabasis hergestellt sind bzw. Sojabestandteile als Zusatzstoff enthalten hier ein Narkoseprotokoll das für HIler geeignet ist (bei Operationen, die eine Narkotisierung über Gasmaske erlauben, daher nicht für Magenspiegelungen geeignet.) 

1. Hinweis: Bei der Narkosevorsprechung mit dem Anästhesisten immer unbedingt auf die Histaminintoleranz sowie auf alle weitere Allergien hinweisen
                      (ganz besonders wichtig sind 
Soja-Allergie/Unverträglichkeit, Jod-Allergie/Unverträglichkeit, Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit)

2. Vor der Narkoseeinleitung: Fenistil & Ranitic (intravenös); ggf. zusätzl. Dexamathason (intravenös) während der OP  

3. Narkosemittel: Sevofluran (Inhalationsnarkose über Gasmaske) 

4. Schmerzmittel während der Narkose: Fentanyl (Opioid, intravenös)

5. Antibiotikum während der Narkose: Cefazolin (intravenös)

6. Schmerzmittel nach Narkose: Ibu Hexal 600 (oral)

Das hier beschriebene Narkoseprotokoll wurde an einer HIlerin mit ausgeprägter HI insgesamt 3x im Rahmen von 3 ambulanten Operationen (1x 40 Min., 1x 20 Min., 1x 30 min.) durchgeführt. Während der Narkose kam es weder zu Bronchospasmen noch zu Hautirritationen etc. und auch nach der Narkose traten keinerlei Nebenwirkungen wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, etc. auf.

Statt dem Narkosegas Sevofluran kommt bei HIlern wohl auch eine Narkose mit Xenon-Gas in Frage (wird aufgrund der hohen Kosten allerdings nur bei Risikopatienten von der Krankenkasse übernommen).

 

Joomla Template: from JoomlaShack