Laboruntersuchungen bei Verdacht auf DAO-bedingte Histadelie/Histaminintoleranz

Bei einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz ist typischerweise der DAO-Spiegel im Blut (Serum) vermindert und gleichzeitig der Histaminspiegel im Blut (Serum) erhöht (sog. „Histadelie“). Das bedeutet, dass aufgrund verschiedener Ursachen (vgl. „Ursachen einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz“) die Synthese/Aktivität der histaminabbauenden Diaminoxidase (DAO) vermindert ist. Dies führt dazu, dass nicht genügend körpereignes und mit der Nahrung zugeführtes Histamin abgebaut werden kann. Folglich steigt der Histaminspiegel im Körper, was zu einer Vielzahl pseudoallergischer Symptome führt.

 

Mögliche auffällige Laborparameter bei DAO-bedingter Histadelie/Histaminintoleranz

  • Primär (siehe unten):

    • ↓DAO im Serum 

    • ↑Basophile im Serum

    • ↑Histamin im Vollblut (o. geforenem Plasma)

  • Sekundär (siehe unten):

    • Evtl. Darmflora gestört  (z. B. Candidose)

    • Evtl. ↓Zink (im Vollblut) 

    • Evtl. ↓Vitamin B6 (im Urin) 

    • Evtl. Helicobacter-pylori-Infektion

    • Evtl. ↑Östrogen (v.a. Östradiol) - Östrogendominanz

 

 Primäre Laboruntersuchungen:

1. DAO im Serum: Vermindert (unter  10 U/ml)

  • Erklärung:

    Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz sollte als Erstes die Aktivität des histamin­abbauen­den Enzyms Diaminoxidase (DAO) untersucht werden. Für die Analyse der DAO-Aktivität im Blut (Serum) gelten folgende Referenzbereiche:

    • DAO < 3 U/ml: Histaminintoleranz anzunehmen

    • DAO < 10 U/ml: Histaminintoleranz wahrscheinlich

    • DAO > 10 U/ml: Histaminintoleranz wenig wahrscheinlich

  • Bestimmung der DAO-Aktivität im Serum:

    Die labordiagnostische Bestimmung der DAO-Aktivität im Blut (Serum) wird nach aktuellem Wissenstand in Deutschland bisher von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Man kann Sie aber als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der behandelnde Arzt ein ent­sprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiele) anfordern, anschließend das Blut abnehmen und die Blutprobe zur Analyse ins Labor einschicken. Wo?

 

2. Basophile im Serum: Im oberen Referenzbereich oder darüber

  • Erklärung:

    Einen Hinweis auf eine Histadelie (hoher Histaminspiegel im Blut) kann unter Umständen auch schon das gängige kleine Blutbild liefern, denn hier wird normalerweise u.a. auch der Status der basophilen Granulozyten im Blut bestimmt. Basophile Granulozyten sind eine Popula­tion von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) im Blut. Sie besitzen intrazelluläre Gran­ula, in denen unter anderem Histamin und Heparin gespeichert werden. Bei Allergikern o. Patienten mit His­ta­delie, liegt der Wert der Basophilen Granulozyten im Serum typischerweise im oberen Referenzbereich o. darüber: “The blood histamine is con­tained in the baso­phils, so patients with high blood histamine levels have high baso­phil counts.” (Quelle: European Laboratory of Nutrients, Bunnik, Netherlands) 

  • Bestimmung der Basophilen im Serum

    Normalerweise ist die labordiagnostische Bestimmung der baspohilen Granulozyten Be­stand­teil des Differentialblutbildes (sog. "Großes Blutbild), das beim behan­delnden Arzt gemacht werden kann.

 

3. Histamin im Serum: Erhöht (über 51 µg/l oder 0.80 µg/l)

  • Erklärung:

    Ist der DAO-Spiegel im Blut (Serum) vermindert und der Status der basophilen Gran­u­lozyten im Blut hoch bis erhöht, sollte der Hista­minspiegel im Blut (Vollblut o. gefro­renes Plasma) labordiagnostisch bestimmt wer­den. Bei einer DAO-Verminde­rung liegt der Histaminwert typischerweise über dem oberen Referenzbereich (> 51 µg/l). In man­chen Fällen kann er jedoch auch nur im oberen Referenzbereich liegen, also überhalb des Optimalbereiches von 40 µg/l. Dies kann vor allem der Fall sein, wenn die Betroffenen schon vor Untersuchung des Histamin­spie­­gels mit einer histaminarmen Diät begonnen haben oder die Blutentnahme sehr früh am Mor­gen erfolgt, da der Histamin­spiegel physiologisch morgens am niedrigs­ten ist.
     

  • Bestimmung des Histaminspiegels im Serum:

    Die labordiagnostische Untersuchung des Histaminspiegels im Blut (Vollblut o. gefro­re­nes Plas­ma) wird nach aktuellem Wissenstand in Deutschland bisher nicht von den gesetz­lichen Krankenkassen  übernommen. Man kann Sie aber als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der be­han­delnde Arzt ein entsprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiele) anfordern,  anschließend das Blut abnehmen und die Blutprobe zur Analyse ins Labor ein­schicken. Ist die DAO-Aktivität erniedrigt und gleichzeitig der Histaminspiegel im Vollblut erhöht, kann dies ein Indiz für ein sog. "Leaky-gut-Syndrom" sein. Wo?

  • Auswertungshinweise:

    • ↓DAO & ↑Histaminspiegel = DAO-bedingte Histadelie
      Bei einem verminderten DAO-Wert (< 10 U/ml) in Verbindung mit einem hohen o. erhöhten Histaminspiegel im Vollblut o. Plasma (≧51 µg/l oder 0.80 µg/l ) handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine DAO-bedingte Abbaustörung mit Folge einer Histadelie/Histaminintoeranz (vgl. „Ur­sachen“).

    • DAO o.k. &  ↑Histaminspiegel = HNMT-bedingte Histadelie
      Bei einem normalen DAO-Wert im Serum (> 10 U/ml) in Verbindung mit einem hohen o. erhöhten Histamin­spie­gel im Vollbut o. Plasma (≧51 µg/l oder 0.80 µg/l ) sollte eine HNMT-bedingte Abbaustörung mit Folge einer Histadelie/Histaminintoleranz  (vgl. „Ur­sachen“) in Betracht gezogen und die 24-Std. Ausscheidung des Methylhistamins im Urin (↓Me­thyl­hista­min im Urin aufgrund Histamin-Untermethylierung) überprüft werden. 

    • DAO o.k. & ↓Histaminspiegel = HNMT-bedingte Histapenie
      Bei einem normalen DAO-Wert im Serum (> 10 U/ml) in Verbindung mit einem verminderten Histamin­spie­gel im Vollbut o. Plasma (≦ 28 µg/l ) sollte eine  HNMT-be­dingte Abbaustörung mit Folge einer His­tapenie/Hista­m­in­intole­ranz  (vgl. „Ur­sachen“) in Betracht gezogen und die 24-Std. Ausscheidung des Methylhistamins im Urin (↑Me­thyl­­histamin im Urin aufgrund Histamin-Übermethylierung) überprüft werden.

    • ↑DAO & ↓Histaminspiegel = DAO-bedingte Histapenie 
      Bei einem stark erhöhtem DAO-Wert im Serum in Verbindung mit einem ver­minderten Hista­min­­spie­gel im Vollbut (≦ 28 µg/l ) oder Plasma sollte eine DAO-bedingte Abbaustörung mit Folge einer Histapienie/Hista­­min­­intoeranz  (vgl. „Ur­sachen“) in Betracht gezogen werden.  

 

Sekundäre Laboruntersuchungen (Ursachenforschung):

1. Darmflora-Status:
Eventuell gestört  (z. B. Fäulnisdysbiose, Candida-Befall, etc.)

  • Erklärung:

    Wurde im Rahmen der labordiagnostischen Untersuchung eine DAO-be­dingte Abbau­störung mit Folge einer Histadelie/Hista­m­in­intole­ranz (↓DAO & ↑Histaminspiegel) festgestellt, und es bestehen keine weiteren gastrointestinalen Erkrankungen, welche die Ver­min­derung der DAO erklären könnten, kann eine der möglichen Ursachen für die DAO-Verminderung eine ge­störte Darm­flora (z. B. Fäulnisdysbiose, Candida-albicans-Befall, etc.) sein. Besonders nach längerer von Antibiotikaeinnahme o. bei gleichzei­tigem Vorliegen zusätzlicher Nah­rungs­mittelintoleranzen liegt dieser Ver­dacht nahe.

  • Bestimmung des Darmflorastatus im Stuhl:

    Die ausführliche, labordiagnostische Analyse des Darmflora-Status im Stuhl wird nach aktuellem Wissenstand in Deutschland bisher nicht von den gesetzlichen Kran­kenkassen übernommen. Man kann Sie aber als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der behandelnde Arzt ein ent­sprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiel) anfordern und  anschließend die  Stuhlprobe zur Analyse ins Labor einschicken. Wo?

 

2.  Zink im Vollbut:  Eventuell vermindert 

  •  Erklärung: 

    Neben einer möglichen Störung der physiologischen Darmflora (z. B. durch eine pathologische Besiedlung mit dem Hefepilz Candida albicans verursacht) kann eine DAO-Verminderung unter Umständen auch durch einen chronischen Mangel der Mikronährstoffe/Kofaktoren Zink & Vitamin B6 (vgl. „Ursachen einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz“) verursacht wer­den. Dieser Verdacht liegt besonders nahe z. B. bei Unter- o. Fehler­näh­rung, Mal­digestion durch latente Pankreasinsuffizienz oder verminderter Nähr­stoff­resorption aufgrund verschiedener gastrointestinaler Erkrankungen (z.B. weitere Nahrungsmittelintoleranzen).
     

  • Bestimmung von Zink im Vollblut:

    Die direkte labordiagnostische Bestimmung der Mikronährstoffe Zink im Blut (Serum) wird leider nicht generell von den gesetzlichen Krankenkassen über­nommen. Bitte des­halb den behandelnden Arzt wegen der Kostenübernahme befra­gen! Zu beachten gilt hier auch, dass bei der gängigen Blutuntersuchung von Mikronährstoffen im Blut nur die extrazellulären Spiegel bestimmt werden und nicht die intra­zellulären Spiegel. Was heißt, dass nicht gemessen wird, in welchem Umfang die untersuchten Mikronährstoffe tätsächlich in den Zellen vorhanden sind. Im Fall einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz ist aber gerade der intrazelluläre Spiegel der Mikronährstoffe wichtig. Denn die DAO ist ein Enzym, das intrazellulär (also in den Zellen der Dünndarmschleimhaut) produziert und anschließend aus dem Inneren dieser Zellen in den Dünndarm abgegeben wird. Der Produktionsstätte der DAO befindet sich somit im Inneren der Zellen. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wieviel Zink eigentlich dort ankommen. Diese Information erhält man nur durch eine Mikronährstoffuntersuchung im "Vollblut", denn hier werden sowohl die extrazellulären als auch die intrezellulären Spiegel der Mikronährstoffe gemessen. Eine Mikronährstoffanalyse im Vollblut kann man als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der be­handelnde Arzt ein ent­sprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiel) anfordern und anschließend die Blutprobe zur Analyse ins Labor einschicken. Wo?

      • z.B.  "Mikronähstoffprofil im Volllbut" beim Labor Ganzimmun
        (Preis: ? / Gemessen wird der extra- und intrazelluläre Spiegel an Zink, sowie Kupfer, Vitamin B6, Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Selen)

  • Hinweis: 

    Sollten entsprechende Mikronährstoffmängel nachgewiesen worden und auch ent­sprechend behan­delt worden sein, sich aber eine sog. Therapieresistenz einstellen (d.h. die Werte verbessern sich nicht), muss auch an eine eventuell gestörte Pankreas­funktion (latente Pankreasinsuffizienz) gedacht werden. Bei thera­pieresistenten Mikro­nährstoffmängeln sollte daher die Pankreas-Elastase im Stuhl überprüft werden (durch den behandelnden Arzt = eigentlich Kassenleistung da gängiger Bestandteil der gastrointestinalen Diagnostik).    

   

3. Vitamin B6:  Eventuell vermindert 

  • Erklärung:

    Eine DAO-Verminderung kann unter Umständen auch durch einen chronischen Mangel des Mikronährstoffs Vitamin B6 (vgl. „Ursachen einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz“) verursacht wer­den. Dieser Verdacht liegt besonders nahe z. B. bei Unter- o. Fehler­näh­rung, Mal­digestion durch latente Pankreasinsuffizienz oder verminderter Nähr­stoff­resorption aufgrund verschiedener gastrointestinaler Erkrankungen (z.B. weitere Nahrungsmittelintoleranzen).eine DAO-Verminderung unter Umständen auch durch einen chronischen Mangel der Mikronährstoffe/Kofaktoren Zink & Vitamin B6 (vgl. „Ursachen einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz“) verursacht wer­den. Dieser Verdacht liegt besonders nahe z. B. bei Unter- o. Fehler­näh­rung, Mal­digestion durch latente Pankreasinsuffizienz oder verminderter Nähr­stoff­resorption aufgrund verschiedener gastrointestinaler Erkrankungen (z.B. weitere Nahrungsmittelintoleranzen) sowie auch bei HPU. 

  • Bestimmung von Vitamin B6 im Urin:

    Zu beachten gilt hier, dass bei der gängigen Laboruntersuchung des Vitamin-B6-Spiegels im Blut nur der extrazelluläre Spiegel, nicht aber der tatsächliche intrazelluläre Spiegel an Vitamin B6 gemessen wird. Wie bereits unter "Zink" erklärt, ist bei einer DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz jedoch eine Bestimmung dieses intrazellulären Spiegel äußerst wichtig. Er kann recht zuverlässig im Rahmen einer Urinanalyse des Vitamin-B6-Metaboliten "Cystathionin“ bestimmt werden. Diese Analyse wird jedoch generell nicht von den ge­setzlichen Krankenkassen übernommen. Man kann sie aber als Selbstzahler über den behan­delnden Arzt durch­führen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der be­han­deln­de Arzt ein ent­sprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiele) anfordern und anschließend die Blutprobe zur Analyse ins Labor einschicken. Wo? 

          Ein neue Möglichkeit, im Vollbut den Spiegel an aktivem Vitamin B6 zu bestimmen, bietet das Labor IMD in Berlin!

 

 

3. Helicobacter-pylori: Eventuell bisher unerkannte Infektion

 

  • Erklärung:

    Viele Betroffene mit Histaminintoleranz-Symptomen v.a. im Magen und oberen Darmtrakt berichten immer wieder, dass sich ihre Beschwerden nach der Diagnose und entsprechenden Eradikationstherapie einer Helicobcter-pylori-Infektion entweder stark gebessert haben oder ganz verschwunden sind. Deshalb sollte bei einer Histaminintoleranz mit Symptomen, die besonders stark im Magen und oberen Darmtrakt lokalisiert sind, auch an eine mögliche Helicobakter-pylori-Infektion gedacht werden.

  • Nachweis einer Helicobakter-pylori-Infektion:

    Da der labordiagnostische Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion Bestandteil der Diagnostik von Magenerkrankungen ist, erfolgt er normalerweise durch den be­handelnden Arzt bzw. einen Internisten (Gastoenterologe) und müsste bei begrün­detem/aus­reichendem Ver­dacht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Einen ersten Hinweis auf eine mög­licherweise vorliegende Helicobacter-pylori-Infektion kann man auch mit Hilfe des selbst bestell- und durchführbaren Testkits  „Helicobacter-pylori-Antigen“ beim Labor Medivere (Preis: 36,58) gewinnen.  

 

 

4. Östrogenstatus: Eventuell sog. Östrogen-Dominanz 

  • Erklärung:

    Besonders die amerikanische Forschung weist immer wieder darauf hin, dass eine nicht unerhebliche Wechselbeziehung zwischen körpereigenem Histamin und bestimmten Hormonen (v.a. den Geschlechtshormonen Östrogen & Progesteron) besteht. So hat man herausgefunden, dass das Östrogen (v.a. Östradiol) einen hem­menden Einfluss auf die Synthese/Aktivität der DAO hat (Progesteron hingegen scheint die DAO-Synthese/Aktivität zu fördern). Gleichzeitig hat Hista­min aber wohl auch die Eigenschaft, die körpereigene Östrogenproduktion anzukurbeln. Aus diesem Grund kann es bei Be­troffenen (bes. Frauen) mit einer DAO-bedingten Histadelie/ His­ta­min­intole­ranz zu einer sog. Östrogen-Dominanz (Östrogenüberschuss) kommen. D.h. das Verhältnis zwischen den 2 wichtigsten Geschlechtshormonen „Östrogen & Progesteron“ ist gestört, da es zu einem Überschuss an Östrogen (im Verhältnis zum Progesteron) kommt. Dieser Östrogenüberschuss hemmt gleichzeitig wiederum die Synthese/Akti­vi­tät der DAO und führt in der Folge zu einer Erhöhung des Histamin­spiegels. Bei einer nachge­wiesenen DAO-bedingten Histadelie/Histaminintoleranz (↓DAO & ↑Histaminspiegel), die zusätzlich entweder mit einer zyklus­ab­hängigen Verstärkung der Symp­tome einhergeht oder die in Kombination mit Zyklusano­malien, Menstru­ationsbe­schwerden o. Wechseljahresbeschwerden auftritt, sollte deshalb auch der Hormonspiegel (speziell das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron) genauer untersucht werden. Interessanterweise ist die histaminarme Auslassdiät gleichzeitig auch relativ östrogenarm!

  • Bestimmung der Geschlechtshormone Östrogen & Progesteron:

    Einen ersten Hinweis auf die individuelle Hormonlage liefert bereits die sog. „Basal­temperaturmethode“ bei der über mehrere Zyklen hinweg mit Hilfe eines speziellen Thermometers (z. B. Cyclotest lady Basalthermometer) die morgendliche Aufwach­temperatur (oral vor dem Aufstehen und möglichst immer zur gleichen Uhrzeit!) ge­messen wird. Liegt der Durchschnittwert in der 1. Zyklushälfte unter 36,5 °C ist dies bereits ein erster Hinweis auf das Vorhandensein von relativ viel Östrogen im Körper, da Östro­gen die Körper­temperatur senkt. Allerdings ist die 1. Zyklushälfte von Natur aus östrogenlastig, da nur so ein Eisprung zur Zyklusmitte produziert werden kann. Deshalb sollte zusätzlich auch in der 2. Zyklushälfte weitermessen werden. Steigt der  Durchschnittswert jetzt im Vergleich zur 1. ZH nicht um mindestens 0,2 °C an, ist dies ein weiterer Hinweis auf eine eventuelle Östrogendominanz. Denn eigentlich sollte in der 2. Zyklus­hälfte durch das hinzukommende Progesteron (das die Körpertempera­tur erhöht) ein physiologischer Temperaturanstieg  von mindestens 0,2 °C  über den Durch­schnitts­wert der 1. ZH zu beobachten sein. Ein zu geringer Temperaturan­stieg bedeutet also, dass eigentlich zu wenig Progesteron produziert wird → relative Östro­gen­dominanz! Ist gar kein Tempe­ra­turanstieg in der 2. Zyklushälfte zu be­ob­achten, bedeutet dies, dass gar kein Eisprung stattgefunden hat und deshalb über­haupt kein Progesteron in der 2. Zyklushälfte produziert wird. Die Folge ist dann definitiv eine Östrogendominanz während der 2. Zyklushälfte, da kein Progesteron produziert wird!  Natürlich lassen sich der Östrogen- & Progesteronspiegel auch durch eine labordia­gnostische Untersuchung bestimmen. 

    Um einen Einblick in die Hormonlage während beider Zyklushälften zu gewin­nen sollten die Werte idealerweise ca. am 6. Zyklustag und am ca. 21. Zyklustag bestimmt werden. Am aussagekräftigsten ist laut aktueller Forschung dabei ein sog. Hormon­speicheltest, da er gezielt den freien, biologisch aktiven Anteil der Hormone ermittelt. Dieser Test wird nach aktuel­lem Wissenstand in Deutschland bisher nicht von den gesetz­lichen Kran­kenkassen  übernommen. Man kann ihn aber als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Dazu kann der behan­delnde Arzt ein entsprechendes Testkit beim Labor (siehe Beispiel) anfordern und  anschließend die Speichelprobe zur Analyse ins Labor ein­schicken. Wo?

 

 

5. DAO-Gendefekt

  • Erklärung:

    Wurde im Rahmen der labordiagnostischen Untersuchung eine DAO-be­dingte Abbau­störung mit Folge einer Histadelie/Hista­m­in­intole­ranz (↓DAO & ↑Histaminspiegel) festgestellt, und es bestehen keine weiteren gastrointestinalen Erkrankungen, welche die Ver­min­derung der DAO erklären könnten, kann eine der möglichen Ursachen für die DAO-Verminderung auch ein angeborener (genetischer) Defekt der DAO-aktivität sein. 

  • DAO-Gentest:

    Der DAO-Gentest wird nach aktuellem Wissenstand in Deutschland bisher nicht von den gesetzlichen Kran­kenkassen übernommen. Man kann Sie aber als Selbstzahler über den behandelnden Arzt durchführen lassen und privat bezahlen. Wo?

    • z .B. Labor IMD Berlin
      (DAO rs2052129, DAO rs2268999, DAO rs10156191, DAO rs1049742)

    • z. B. Labor Progenom Deutschland, Geseke 

 

Joomla Template: from JoomlaShack